Montag, 26. Juni 2017
Politisches

Ruhr Nachrichten vom 05.11.2008
Rensinghoff verlässt CDU
Heven – Das frühere CDU-Ratsmitglied Dr. Carsten Rensinghoff hat gestern seinen Austritt aus der CDU erklärt. Bei der nächsten Kommunalwahl möchte er als Einzelkandidat im Wahlkreis Heven-Mitte antreten. Die erforderliche Anzahl an Unterstützungsunterschriften hat er nach seinen Angaben bereits gesammelt. Rensinghoff möchte sich künftig besonders für die sozial- und behindertenpolitischen Belange in Witten einsetzen.


Ruhr Nachrichten vom 28.11.2008
Leserbrief
Schon vor Clement gerügt
Zum Austritt von Wolfgang Clement aus der SPD äußert sich ein ehemaliger CDU-Ratsherr und Ex-CDU-Mitglied. Dass Meinungsfreiheit in demokratischen Parteien nichts zählt, habe ich bereits drei Jahre vor Wolfgang Clement erfahren. Am 27.9.2005 erteilte mir der Stadtverband CDU in Witten eine Rüge, weil ich in der Öffentlichkeit die Untätigkeit der CDU-Ratsmitglieder – und dann vor allem des im hierfür zuständigen Ausschuss vertretenen Ortsverbandsvorsitzenden – im Rahmen der Kanalbauarbeiten an der Sprockhöveler-/Herbeder Straße angemahnt hatte. In der Rüge hieß es (Anm. d. Redaktion): „Anlass dieses Schreibens ist Ihr Leserbrief [...]. Hierin äußern Sie massive Kritik am Verhalten der CDU-Fraktion und fordern die Wittener Wähler und Wählerinnen auf, die ‚untätigen Politiker’ bei der nächsten Kommunalwahl ‚abzustrafen’. Gemeint sind hier unzweideutig die Mitglieder der CDU-Fraktion. Dieses Verhalten wird vom geschäftsführenden Vorstand als parteischädigend empfunden. Darüber hinaus ist es nicht das erste Mal, dass Sie öffentlich oder in der Öffentlichkeit die CDU in ähnlicher Weise attackieren. Ich erinnere Sie hier z.B. an Ihre unrühmlichen Auftritte bei den CDU Info-Ständen im Landtagswahlkampf 2005, bei denen Sie lautstark das Auftreten und die Einsatzbereitschaft unseres damaligen Landtagskandidaten, Prof. Gerald Dyker, kritisierten.
Wir sprechen Ihnen hiermit eine Rüge für Ihr Verhalten aus [...].“
Eine Politik der Meinungsvielfalt ist in unserem Land wohl nicht gefragt. Aber bald sind ja wieder Wahlen.
- Dr. Carsten Rensinghoff
Sprockhöveler Str. 144
58 455 Witten
Leserbrief (unveröffentlicht)
Stotko über Clement
Nach dem Machtwechsel 1982/84 war ich als langjähriges CDU-Mitglied vor eine ähnliche Entscheidung gestellt wie Herr Clement 2008 – ich sah keine Mehrheiten in meiner Partei für eine Politik der geistig-moralischen Wende. Ab 1984 überwies ich daher keine Mitgliedsbeiträge mehr und wurde daraufhin von der CDU ausgeschlossen. Die Entwicklung in 16 Jahren Kohl-Regierung hat dann meine Befürchtungen bestätigt- es ging weiter mit dem Wohlstand auf Pump!
2008: ca. 1,6 Billionen Euro Schulden.
Um 1984 das Risiko einzugehen, aus der CDU zu fliegen, benötigte ich keinen Mut, da ich nichts zu befürchten brauchte – ich hatte weder Mandat noch einen Posten (Geld) zu verlieren! Herr Clement dürfte – auch ohne SPD-Parteibuch – finanziell abgesichert sein, so dass ich für seinen Entschluss, aus der Partei auszutreten, keine Hochachtung empfinden kann. Seine Aussagen halte ich jedoch für richtig! Es darf keine Bündnisse zwischen „Linken“, „Rechten“ und demokratischen Parteien geben! Allerdings darf die Meinungsfreiheit darunter nicht leiden. Und darum geht es auch im Fall Clement, Herr Stotko (SPDLandtagsabgeordneter der Stadt Witten - CR)! Denn der Preis der Meinungsfreiheit kann sehr hoch sein! Es kommt häufig nur auf den Zeitpunkt und die Stellung des Sprechers an! Und nun Herr Stotko stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie wären so gegen den Diätenplan im Düsseldorfer Landtag gewesen – wie Sie jetzt gegen Herrn Clement schreiben? Dazu RN am 27.11.08 „Diätenplan kassiert.“ In meinen Augen und auch sicherlich in den Augen vieler Bürger wären Sie ein Held gewesen. Ein echter „Sozi“ und Vertreter sozialdemokratischer Politik in schlechten Zeiten (Sparen) – trotz (finanziellen) Risikos der Meinungsfreiheit innerhalb einer Partei! Ich schätze Ihre politische Karriere hätte gelitten. Siehe dazu Leserbrief von Dr. Carsten Rensinghoff vom 28.11.08.
Es ist eben auch in einer Demokratie manchmal riskant, seine eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen. Damit kann man leicht die Mehrheit bei der nächsten Kandidatenaufstellung in der Partei verlieren. Weiter bringt man es in jedem Fall, wenn man gut mit den Wölfen heulen kann – und ungefährlicher ist es auch. Ob damit allerdings der erteilte Mandatsauftrag immer im Sinne des Wählers erfüllt wird, ist zweifelhaft.
-Karl-Heinz Altmeier
Jahnstr. 1
58 455 Witten

Ruhr Nachrichten vom 03.12.2008
Leserbrief
Nicht zuletzt eine Frage des Stils
Die Wittener CDU antwortet auf den Leserbrief von Dr. Carsten Rensinghoff vom 28. November mit einem offenen Brief.
Ihr Leserbrief soll nicht unbeantwortet bleiben. Es spricht für Ihr ausgeprägtes Selbstbewusstsein, dass Sie sich hier mit Wolfgang Clement vergleichen.
Tatsächlich wurde auch Ihnen eine Rüge erteilt. Damit endet die Gemeinsamkeit allerdings auch. Die grundsätzlich geschützte Meinungsfreiheit ist durch die Ihnen erteilte Rüge nie bedroht gewesen. Richtig ist jedoch, dass Konflikte oder Meinungsverschiedenheiten intern
auszutragen sind und nicht in der Öffentlichkeit. Dies gilt gleichermaßen für Familienstreitigkeiten wie für gegensätzliche Auffassungen in Vereinen oder Verbänden und ist nicht zuletzt eine Frage des Stils. Die Mitgliedschaft ist freiwillig und kann jederzeit beendet werden. Solange man Mitglied einer Gemeinschaft ist, muss man sich jedoch an die vereinbarten Regeln des Umgangs miteinander halten.
In den vergangenen Jahren sind Sie als einer der eifrigsten Leserbriefschreiber Wittens mit Ihrer „Meinung“ so oft veröffentlicht worden, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie Sie die Meinungsvielfalt bedroht sehen können.
Und zu Ihrer Kritik an der CDU seien Sie daran erinnert, dass Sie noch vor Kurzem von dieser Partei als Kandidat für den Rat aufgestellt werden wollten und erst nach einer abschlägigen Auskunft Ihr Parteibuch zurückgegeben haben.
- Lars König
Sprecher CDU Witten

_______________________________________________________________________________ In gewisser Hinsicht ist der folgende Beitrag auch ein politischer Beitrag:
Bei Anruf Taxi
Studentinnen der Ev. Fachhochschule Bochum besuchen das Ruhrlandheim
Ein Artikel über den Besuch einer Studierendengruppe in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung. Erschienen ist dieser in: imblick 2(Heft 2/2010)4.
Im Netz kann das Heft über die URL: www.diakonie-ruhr.de/files/3/10763-100813_imblick_2_2010.pdf
heruntergeladen werden. _______________________________________________________________________________ Folgender Leserbrief, der in den Vorarlberger Nachrichten vom 21. Februar 2011 veröffentlicht wurde und sich auf die Plagiatsaffäre des Karl-Theodor zu Guttenberg bezieht, sorgte sehr für Unruhe, da wissenschaftliches Arbeiten in der humanwissenschaftlichen Grundbildung, wenn überhaupt, dann doch eher sekundär ist:
"Guttenberg unter Druck
Ich war von der 8. Klasse an bis zum Erhalt der Matura Schüler einer Sonderschule für Körperbehinderte in Köln. Aber auch hier wurde großer Wert auf das wissenschaftliche Arbeiten gelegt. Bereits in der gymnasialen Oberstufe hat uns unser Pädagogiklehrer die korrekte Quellenarbeit [...] beigebracht. Dieses Wissen hat mir hinterher im Studium bei Seminararbeiten sowie beim Verfassen von Examensarbeit und Dissertation sehr geholfen. Dieses Wissen versuche ich aktuell meinen Studierenden an der Kathi-Lampert-Schule in Götzis zu vermitteln, da in der Schule das sogenannte wissenschaftspropädeutische Arbeiten scheinbar vernachlässigt wurde."